SPD Hallbergmoos verschiebt traditionelle Pflanzung des Baum des Jahres auf den Herbst

Veröffentlicht am 16.04.2020 in Ortsverein

Die fleißigen Helfer im Jahr 2019 bei der Pflanzung des Baum des Jahres 2019, einer Ulme.

Mit sehr großen Bedauern muss die SPD Hallbergmoos-Goldach in diesem Jahr auf eine rund 30-jährige Tradition verzichten: Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise sehen der erste und zweite Vorsitzende Max Kreilinger und Stefan Kronner, keine Möglichkeit heuer am 1. Mai den Baum des Jahres zu pflanzen. „Wir wollen auf keinen Fall gegen die verlängerten Ausgangsbeschränkungen verstoßen“, meint dazu Kreilinger, „oder gar einen unserer fleißigen Helfer gefährden.“

In diesem Jahr wurde die Robinie durch die Dr. Silvius Wodarz Stiftung als Baum des Jahres gekürt. Die Robinie hat erstaunlichen Eigenschaften. In ihrer Heimat in den Wäldern der südlichen Appalachen und des Ozark-Plateaus westlich des Mississippis ist sie nach einem Brand oder Sturm der Pionier, der die verwüstete Fläche schnell und meist vollständig besiedelt. Im Verlauf der Kolonisierung Nordamerikas kamen die ersten Robinien um 1630 nach Europa. Heute gehört die Robinie neben Eukalypten und Pappeln zu den weltweit meistgepflanzten Bäumen.

Zunächst allerdings machte die dekorative, exotisch wirkende Erscheinung, diesen Baum in Europa zu einem begehrten Objekt in den Park- und Gartenanlagen. Als Alleebaum wird die Robinie heute wieder zunehmend auch innerhalb von Ortschaften genutzt, da sie recht salz- und immissionstolerant ist und gut mit dem städtischen Klima und den oft schwierigen Bodenverhältnissen zurechtkommt.

Eine größere Verbreitung hat die Robinie außerhalb der Wälder gefunden. Vor allem aber wird sie dank ihres dichten, weit in die Breite reichenden Feinwurzelsystems zur Bodensicherung an Steilhängen, auf Dämmen, an Böschungen und auf offenen Sandflächen eingesetzt. So trifft man auf die Robinie heute quer durch die ganze Republik entlang von Bahndämmen, Straßenböschungen und Kanalufern.

Absagen wollen die Hallbergmooser und Goldacher Genossen die Baumpflanzaktion für 2020 nicht: „Wir haben mit dem langjährigen Vorsitzenden des Gartenbauvereins Günter Frombeck vereinbart“, berichtet Kronner, „den Baum des Jahres heuer im Herbst zu pflanzen“ Soweit es die Corona-Pandemie zulasse, „wovon wir aber alle sicher ausgehen“, meint Kronner zuversichtlich. Die Robinie, als Pionierbaum nach Sturm oder Brand, sei ein schönes Symbol für eine hoffentlich dann bessere Zeit.

 

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