Rechtspopulisten machen in Neufahrn mobil

Veröffentlicht am 10.06.2014 in Lokalpolitik

Mit großem Pomp feierte gestern (Pfingstmontag) die Ahmadiyya-Gemeinde in Neufahrn die Erweiterung ihrer Moschee. Sogar der 5. Kalif und weltweite Führer der Ahmadiyya,Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, war neben vielen weiteren Ehrengästen zur Feier ins Oskar-Maria-Graf-Gymnasium eingeladen.

von Herbert Hahner
für die SPD Eching
(Fotos von Leonhard Simon)

Ein wichtiges Ereignis für die Ahmadiyya-Gemeinde. Ein wichtiges Ereignis auch für die Rechtspopulistenvon DIE FREIHEIT. Schon im Vorfeld machten sie mobil. Etwa 1 500 Flugblätter wollen die Mitglieder dieser Gruppierung in Neufahrn verteilt haben. Und bei der Veranstaltung am Abend (ab 18:00 Uhr) waren sie mit einem etwa 20 Personen umfassenden Team vertreten.

Kaum war die Lautsprecheranlage funktionstüchtig, da legte Michael Stürzenberger (bayrischer Landesvorsitzender) richtig los. Seinem Hass auf den Islam ließ er freien Lauf.Immer wieder zitierte er Islamführer, den Koran, Islamkritiker und auch den ehemaligen Papst Benedikt. Man mochte meinen, er könne schier endlos die immer gleichen Thesen ausposaunen. Die gemeinsame schriftliche Stellungnahme z. B. des Bürgermeisters der Gemeinde Neufahrn und der beiden Ortspfarrer Henninger und Lanzinger, in der diese religiöse Pluralität und weltanschauliche Toleranz als unabdingbar für ein friedliches miteinander bezeichneten, nannte er heuchlerisch. Sein Credo: Der Islam ist gefährlich für die ganze Welt und keiner will es sehen.

Wirklich hören wollte seine Sprüche tatsächlich kaum jemand. Diewenigen Gegendemonstranten nicht und auch die vorbeigehenden Gäste der Einweihungsfeier entledigten sich meist sehr schnell wieder der entgegengenommenen Flugblätter. Schön, könnte man nun meinen.

Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Reicht eine papierene Erklärung wirklich aus? Wäre es nicht geboten geweseneiner solchen Hetzkampagne mit großem Bürgeraufgebot entgegen zu treten? Ich denke JA!

Man muss kein Freund des Islam sein, um  für das im Grundgesetz verbürgte Recht auf freie Religionsausübung eizustehen. Aber der Kampf für die Rechtswirksamkeit der Grund- und Menschenrechte, insbesondere auch dann, wenn sie religiös motiviert Einschränkungen erleiden, erfordert auch den Einsatz für die freie Religionsausübung.

Am Rande sei noch folgender Transparentspruch von DIE FREIHEIT zitiert: „Weiß-Blau ist uns bunt genug.“

Nein!! Es darf auch noch ein bisschen rot sein, oder grün, oder auch grau oder, oder…

 

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