„Gedenken ist kein Ablasshandel“

Veröffentlicht am 10.11.2023 in AntiFa/Migration

DGB-Jugend erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus

Vor 90 Jahren wurde das Lager Dachau errichtet um Kommunisten, Gewerkschafter und Sozialdemokraten zu internieren. Nach der Pogromnacht 1938 inhaftierte die SS verstärkt auch Juden und andere von der NS-Diktatur verfolgte Gruppen. Etwa 40 000 Menschen mussten dort ihr Leben lassen.

Unter dem Motto „Erinnern heißt kämpfen“ gedachte auch in diesem Jahr die DGB-Jugend den Novemberpogromen von 1938. Mit den Worten „90 Jahre nachdem das erste Konzentrationslager eingerichtet wurde, lebt in den Köpfen gewählter Abgeordneter die Idee der Ausgrenzung, die Idee der Stigmatisierung, die Idee davon, welches Leben in Deutschland erwünscht ist und welches Leben nicht, weiter. Erinnern heißt kämpfen ist daher unser Auftrag“ eröffnete Anna Gmeiner, Bezirksjugendsekretärin der DGB-Jugend Bayern, die Gedenkveranstaltung.

Hauptrednerin war Frau Prof. Dr. Mirjam Zadoff, Leiterin des NS-Dokumentationszentrums München. Sie forderte dazu auf, die Erinnerungsarbeit der Überlebenden fortzuführen: „Überlebende zählten zu den ersten, die gegen alle Widerstände ein Erinnern einforderten, indem sie ihre Erlebnisse sinnloser Gewalt in eine Erzählung formulierten, die wir weitergeben können. Ihr Erbe anzutreten, ist ein Erbe des widerständigen Erinnerns. (…) Gedenken ist kein Ablasshandel.“

Eindrücklich schilderte Ernst Grube, Vorsitzender der Lagergemeinschaft, wie er als Kind einer jüdischen Mutter und eines kommunistisch eingestellten Vaters die NS-Zeit erlebte und wie er seine eigene Lagerzeit überlebte. Sein Credo: „Zum Gedenken gehört Wissen und begreifen wollen, wie diese Verbrechen geschehen konnten, wer Hand angelegt hat, wer beteiligt war, wer Profit und Nutzen daraus zog – über das Kriegsende hinaus.“

 

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