Informations- und Diskussionsabend der SPD Neufahrn „Zwischen Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit: Die Pflegestufen“

Veröffentlicht am 23.11.2012 in Soziales

Susanne Stock, Leiterin des Seniorenzentrums, war die Referentin zum Thema Pflegestufen.

Ein Abend, der betroffen machte.

Wie viel Zeit wird bei welcher Pflegestufe einem pflegenden Angehörigen oder einer Pflegekraft im Heim zugestanden, um einen Menschen zu versorgen? Die Antwort ist allen klar: Viel zu wenig. Es sind ein paar Minuten, ...

um einen Menschen zu waschen, beim Essen zu helfen, ihn anzuziehen. Minuten, die noch nicht einmal im Idealfall ausreichen, um ohne Hetze wenigstens das Allernotwendigste zu tun. Kommunikation oder gar Zuwendung werden nicht erfasst. Dafür müssen aber 32 Formulare pro Heimbewohner vom Pflegepersonal täglich geführt werden….
Susanne Stock, Leiterin des Neufahrner Seniorenzentrums, erklärte nicht nur die Bedeutung der drei Pflegestufen, sie berichtete in eindrucksvoller Weise aus dem Alltag des Pflegepersonals, über den enormen Zeitdruck bei der Versorgung der Bewohner und über die psychische Belastung, die durch diesen Zeitdruck zusätzlich entsteht.
Prognosen sagen, dass es im Jahr 2030 bereits 3,27 Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland geben wird, im Jahr 2050 sogar 4,36 Millionen.
Aber schon in 2020 werden mindestens 220 000 zusätzliche Altenpflegerinnen und -pfleger gebraucht. Ein Beruf, der nicht nur ein hohes Maß an Verantwortung bedeutet, der physisch und psychisch zu großen Belastungen führt, der aber gleichzeitig schlecht bezahlt wird und nur geringes Ansehen genießt.

Florian Simbeck, SPD-Bundestagskandidat (hier mit den Vorsitzenden Beate Frommhold-Buhl und Ulla Schablitzki) kam aus Reichertshausen nach Neufahrn, um sich über das Thema der Altenpflege zu informieren.

Bundestagskandidat Florian Simbeck, der als Gast an diesem Informations- und Diskussionsabend teilgenommen hatte: „Ich bin schockiert über den aktuellen desolaten Zustand unseres Pflegesystems und die nach wie vor vorherrschende gesellschaftliche Geringschätzung und Unterbezahlung dieses Berufsstandes, resultierend in einem immer dramatischer ansteigenden Mangel an Pflegepersonal und Pflegefachpersonal.
Das vorhandene Pflegepersonal leistet Übermenschliches und wird für viele Tätigkeiten überhaupt nicht bezahlt. Das System überfrachtet sie mit bürokratischem Dokumentationsaufwand für jeden Handgriff, die Zeitkorridore sind viel zu eng, die Dokumentationsarbeit wird nicht einkalkuliert, die Ausbildungskosten trägt der/die Pflegende, und es gibt noch lange keine Gleichstellung mit der Krankenpflege.“

Das Fazit der Diskussionsteilnehmer: Das System der Pflegestufen ist völlig ungeeignet als Instrument für die Bemessung einer menschenwürdigen Betreuung. Eine soziale und solidarische Gesellschaft darf so weder mit ihren älteren und hilfsbedürftigen Menschen umgehen, noch darf sie diejenigen, die in der Pflege arbeiten, alleine lassen.

 

Homepage SPD Neufahrn

Unser Programm für den Landkreis 2020–2026

SPD-Kreiswahlprogramm 2020-2026

Digital-Plan für einen zukunftsfähigen Landkreis

Digital-Plan

Digitale Behördengänge, ein Bürgerhaushalt, gute Internet-Versorgung und digitale Ausstattung der Schulen, eine Katastrophen-Warn-App, Pflegekarte und vieles mehr – hier gibt es unseren Digital-Plan für einen zukunftsfähigen Landkreis.

Unser Mobilitätskonzept für den Landkreis

Mobilitätskonzept

Gegen Verkehrschaos, für nachhaltige Mobilität als öffentliche Daseinsvorsorge – hier gibt es unser Mobilitätskonzept für den Landkreis.

 

Newsticker

25.05.2020 10:19 Keine Toleranz für Ausbeutung
Interview mit Rolf Mützenich für RND SPD-Fraktionsvorsitzender Rolf Mützenich fordert im Interview mit dem RND, Missbrauch von Leih- und Werkverträgen überall zu verbieten. Es dürfe keine Toleranz für Ausbeutung geben. Das ganze Interview auf spdfraktion.de

22.05.2020 06:10 Kommunaler Solidarpakt
Das öffentliche Leben findet dort statt, wo man zu Hause ist: in den Städten und Gemeinden. Mit guten Schulen und Kitas. Im Sportverein, dem Schwimmbad, der Bibliothek. Mit einem guten Angebot von Bussen und Bahnen – und von sozialen Einrichtungen. Die meisten öffentlichen Investitionen kommen aus den Kommunen. Wenn sie ausbleiben, sinkt ein Stück weit

19.05.2020 20:11 Katja Mast zu Mindestlohn Pflege / Grundrente
Leistungsträger sind nicht immer die mit Anzug und Krawatte, sondern die im Kittel Gerade die Corona-Krise macht deutlich, wie unverzichtbar der Mindestlohn ist – und warum der Tariflohn in der Pflege so wichtig ist. Katja Mast erklärt. „Corona macht deutlich: Leistungsträger sind nicht immer die mit Anzug und Krawatte, sondern die im Kittel. Wenn der

Jusos Freising

Counter

Besucher:1065615
Heute:86
Online:1