Bezahlbare Wohnungen: Mangelware im Landkreis und im Freistaat

Veröffentlicht am 12.12.2015 in Landespolitik

Andreas Lotte, wohnungsbaupolitischer Sprecher der SPD im Landtag

Andreas Lotte, wohnungsbaupolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und seine Kollegin Isabell Zacharias, hatten auf Initiative der SPD Neufahrn ins Gasthaus Maisberger eingeladen, um mit interessierten Gästen Mittel und Wege zu diskutieren, wie öffentlich geförderte Wohnungen auf den Weg gebracht werden können. Doch zunächst nannte Andreas Lotte einige Zahlen:

In Bayern gibt es zurzeit nur noch 130 000 Sozialwohnungen, in den letzten 15 Jahren hat sich der Bestand fast halbiert. Somit kommt auf 97 Menschen in Bayern eine Sozialwohnung.

 

35 000 stehen hier jedoch auf einer Warteliste. Gemessen an der Bevölkerungszahl sieht es in vielen Bundesländern wesentlich besser aus: Rheinland-Pfalz 39 Menschen auf eine Sozialwohnung,  Hessen 53 und Brandenburg 19 Menschen.

Im Jahr 2014 entstanden in Bayern lediglich 2400 Sozialwohnungen, gleichzeitig gingen aber 4320 aus dem Altbestand verloren. In den nächsten fünf Jahren werden voraussichtlich weitere 25.000 Sozialwohnungen ihre soziale Bindung verlieren.

Durch den „Wohnungspakt Bayern“ will der Freistaat 28 000 neue staatlich finanzierte oder geförderte Wohnungen bis 2019 schaffen.

„Auf diese Weise bleibt nur ein geringes Plus übrig“, kritisierte Lotte. Auch brauche man nicht nur sehr viel mehr Sozialwohnungen, sondern auch bezahlbare Wohnungen für all diejenigen, die sich das Leben in Ballungszentren und Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt, wie beispielsweise im Landkreis Freising oder in einer Gemeinde wie  Neufahrn nicht mehr leisten können. Einige der Forderungen der SPD-Landtagsabgeordneten:

Eine Neuausrichtung des Fördersystems hin zur Zuschussförderung, Erhöhung der Landesmittel auf 600 Millionen Euro, ein Sonderinvestitionsprogramm für Ballungsräume, bessere steuerliche Förderung von Mietwohnungen, ein stärkeres Einbeziehen der Umlandgemeinden in die Planung der Zentren.

Wie auch bei vorangegangen Veranstaltungen der SPD im Landkreis Freising zum Thema „Bezahlbares Wohnen“ wurde in der anschließenden Diskussion gefordert, auch die großen Unternehmen wie zum Beispiel den Flughafen in die Pflicht zu nehmen. „Werkswohnungen könnten zur Entspannung des Wohnungsmarktes beitragen“, erklärte ein Gast der Veranstaltung. Angemahnt wurde auch, dass nur durch verstärktes preisgünstiges Bauen Familien geholfen werden kann, sich das Leben im Landkreis Freising noch leisten zu können.

 

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