Erinnern heißt kämpfen!

Veröffentlicht am 12.10.2024 in Veranstaltungen

Seit mehr als 70 Jahren gedenkt die DGB-Jugend der Reichspogromnacht von 1938 – auch in diesem Jahr. Am Sonntag, den 10. November, 13:00 Uhr, findet die Veranstaltung in der KZ-Gedenkstätte Dachau statt. Motto „Erinnern heißt kämpfen“. Gedenkrede: Yasmin Fahimi, Vorsitzende des DGB.

Der braune Mob zog in der Nacht vom 09. auf den 10. November durch München, plünderte jüdische Geschäfte und steckte die Synagoge in Brand. Aus verbalen Attacken gegen die Juden wurden handfeste Taten. Aus Diskriminierung und Ausgrenzung wurde offene Feindschaft. „Die systematische Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden durch die NS-Diktatur war ein Ereignis von solcher Tragweite, dass der Mantel des Vergessens sich nie darüber senken wird. Es ist ein Ereignis außerhalb jeder Zeit“ (Claude Lanzmann, zitiert nach dem Aufruf der DGB-Jugend zum Pogromgedenktag). Ursprünglich als Internierungslager für Kommunisten, Gewerkschafter und Sozialdemokraten im März 1933 errichtet, wurden im KZ-Dachau bis zu seiner Befreiung durch die US-Armee Ende April 1945 etwa 200 000 Menschen eingesperrt, mehr als 40 000 fanden den Tod. Dachau diente als Modell für viele weitere Konzentrationslager und als Ausbildungsort für das Personal der diversen Vernichtungslager. Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, musste als sechsjähriges Mädchen die Gewaltexzesse im November 1938 mit ansehen und blieb dennoch nach dem II. Weltkrieg in Deutschland. Sie glaubte daran, dass in Zukunft Juden in Deutschland wieder sicher werden leben können. Lange Zeit schien sie recht zu behalten. Inzwischen haben sich leider Fremdenfeindlichkeit und rechtsradikales Gedankengut in unserer Republik wieder fest eingenistet und eine völkisch-nationalistische Partei setzt die Themen für die öffentliche, politische Diskussion.

Herbert Hahner, SPD-Eching

 

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