Kreativpolitik

Veröffentlicht am 19.06.2016 in Kommunalpolitik

Foto: Ulrike Wilms

Wie viel gesellschaftliches und demokratisches Potenzial steckt in der Bürgerschaft einer Gemeinde? Dies drückt sich in der Vitalität des Vereinslebens genauso aus wie im sozialen Engagement der Gemeindemitglieder. Und auch der Anteil der Engagierten für Demokratieeinrichtungen wie politische Parteien, die Höhe der Wahlbeteiligung oder auch die Teilnahme an friedlichen Demonstrationen ist ein Indikator. Seit dem Wochenende darf in Eching noch eine weitere “Kategorie” hinzugefügt werden; gemeinschaftliche Kreativität in der Politik.

von Jürgen Schechler

Es ist Wahlkampf in Eching. Am 3. Juli wird es einen neuen Bürgermeister geben. Thomas Kellerbauer tritt für die CSU an. Und vier im Gemeinderat vertretene politische Parteien und Gruppierungen unterstützen den jungen Kandidaten Sebastian Thaler: SPD, Die Grünen/Bündnis 90, die Echinger Mitte sowie die Bürger für Eching.

Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf; in zwei Wochen findet die Wahl statt. Sebastian Thaler kann auf ein breites Wahlkampfteam und einen engagierten Unterstützerkreis bauen: Neben den klassischen/traditionellen Aktivitäten (Plakate, Broschüren, Veranstaltungen, Quartiersbesuche und auch Hausbesuche) sowie den modernen Online-Medien (Youtube, Twitter, Facebook) werden dabei auch Gemeinschaftsaktionen gestaltet.

So gab es zuletzt auf dem tristen Bürgerplatz Echings eine Flshmob-Aktion, an der sich 70 Bürgerinnen und Bürger beteiligten. Unter dem Motto “Platz besetzen” kamen die Aktivisten unangekündigt mit Klapp- und Liegestühlen auf den Platz im Ortszentrum und Live-Musik begleitete die Überraschungsveranstaltung. Die Teilnehmer setzten Papiermasken mit dem Gesicht des Kandidaten Sebastian Thaler auf und lasen in seiner Programmbroschüre. Dann fuhr Sebastian Thaler mit einem zum Thaler-Mobil umfunktionierten Kleinlaster auf den Platz und wurde unter Applaus von den Anwesenden empfangen. Höhepunkt war ein gemeinsames Lied, das im Text ausdrückte, was den Bürgern unter den Nägeln brennt: Ein lebenswertes Zentrum im Ort. Und einen wirklichen Amtswechsel.   

Es scheint, dass sich ein starker Wusch nach einer neuen Weichenstellung in der Echinger Politik aufgestaut hat. “Eching hat einen Neuanfang verdient!”, ist das Motto. Und dies manifestiert sich symbolisch in der seit Jahren schwelenden Situation rund um den Bürgerplatz, der alles andere als einladend ist. Politische Kreativität und kreative Politik – so ist man in Eching überzeugt – gehören zusammen. Und man ist schon stolz darauf, den ersten Echinger Flashmob erfolgreich organisiert zu haben. Weiter so.

 

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