Die SPD war die erste Partei, die nach dem II. Weltkrieg und einer faschistischen Schreckensgeschichte einen Ortsverein in Eching gegründet hat. In einer Zeit großer materieller und ideeller Not an das Allgemeinwohl zu denken und sich auf die in der Nazizeit unterdrückte demokratische Kultur zu besinnen, war ein Akt großen Gemeinsinns. Es ist von daher auch nicht verwunderlich, dass insbesondere Flüchtlinge an der Parteigründung beteiligt waren, hatten sie doch noch mehr als andere unter Krieg, Verfolgung und Vertreibung zu leiden.
Gefeiert wurde der 80ste Geburtstag am vergangenen Sonntag bei Kaffee und Kuchen im ASZ-Eching. Viel gab es zu erzählen. Bilder und Geschichten aus acht Jahrzehnten brachten die Besucher*innen teilweise zum Schmunzeln, zum Lachen oder auch in eine ernste Stimmung. Die Geschichte eines Parteimitglieds, dass einfach nur wegen seiner Zugehörigkeit zur SPD im KZ Dachau landete, berührte emotional genauso wie der Blick auf die Friedens- und Aussöhnungsbemühungen der 70er Jahre mit dem Kniefall das Bundeskanzlers Willy Brandt in Warschau.
Mit Stolz wurde den Errungenschaften insbesondere aus den Amtszeiten der Bürgermeister Joachim Enßlin und Rolf Lösch gedacht, die oftmals schwierigen Auseinandersetzungen dazu nochmals in Erinnerung gerufen und manchmal auch mit Wehmut, die eine oder andere Anekdote erzählt. Kommunalpolitik zum Anfassen.
Gefeiert wurde in diesen Jahren auch. Sei es beim Fasching, den verschiedenen Jubiläen – 40-, 60- oder auch 70-Jahrfeier – oder auch einfach nur, weil es halt Spaß gemacht hat. Auch schauspielerisch zeigten die Genossen in dieser langen Zeit immer wieder ihr Talent. Und das Betrachten der Bilder weckte viele schöne Erinnerungen. Fragen wie „Weißt Du noch …?“, und „Wer war denn das da neben …?“ wurden dutzendfach gestellt und konnten nicht immer zur vollen Zufriedenheit beantwortet werden.
Ernster wurde es wieder beim abschließenden Blick auf die Gegenwart. Finanzknappheit bei den Gemeinden, Friedenssicherung, Klimaschutz, Verteidigung der Demokratie gegen völkisch-nationalistische Angriffe, Herrschaft von Autokraten und superreichen Oligarchen …, die zeitaktuelle Themenliste ist lang und wurde ausführlich diskutiert. Eine freie, gerechte und solidarische Gesellschaft, so der Tenor, muss immer wieder neu erkämpft werden.



